
Nicht-invasiver Pränataltest (NIPT)
Der nicht-invasive Pränataltest (NIPT) ist ein Bluttest für Schwangere, mit dem das Risiko für Trisomie 21 (Down-Syndrom), Trisomie 18 und Trisomie 13 beim ungeborenen Kind mit sehr hoher Zuverlässigkeit eingeschätzt werden kann. Eine endgültige Diagnose stellt der NIPT jedoch nicht dar.
Vor der Entscheidung für oder gegen die Durchführung des Tests ist es wichtig, dass Sie umfassend informiert werden, eine qualifizierte Ultraschalluntersuchung erhalten und ausreichend Zeit für Ihre persönliche Abwägung haben.
Beim NIPT wird die zellfreie DNA des Kindes, die im mütterlichen Blut zirkuliert, analysiert. Das Ergebnis liegt in der Regel nach 7 bis 10 Werktagen vor. Die Erkennungsrate für Trisomie 21 (Down-Syndrom) beträgt etwa 99,7 %, während die Falsch-Positiv-Rate mit rund 0,04 % sehr niedrig ist. Ein unauffälliges Ergebnis kann eine Chromosomenstörung nicht mit absoluter Sicherheit ausschließen, das Restrisiko ist jedoch sehr niedrig.
Grundsätzlich kann der Test auch Auffälligkeiten der Geschlechtschromosomen erfassen. Eine routinemäßige Durchführung dieser Analyse wird jedoch nicht empfohlen. Entsprechend den aktuellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) werden weiterführende genetische Untersuchungen derzeit nur in besonderen Fällen angeraten.
Der NIPT wird in unserer Praxis ausschließlich in Verbindung mit einer Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Bitte beachten Sie, dass die Kosten für den NIPT und den Ultraschall nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.
Was bedeutet NIPT für mich?
Beim NIPT wird Ihnen etwas Blut aus der Armvene abgenommen, das wie jede andere Blutentnahme verläuft und für Ihr Baby kein zusätzliches Risiko bedeutet. In diesem Blut werden kleine Erbgutbestandteile untersucht, die aus dem Mutterkuchen Ihres Kindes stammen und Hinweise auf bestimmte Chromosomenstörungen geben können.

Der Test kann in der Regel ab der 10. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden und eignet sich besonders, wenn Sie sich nach einem unauffälligen Ultraschall trotzdem zusätzliche Sicherheit in Bezug auf Trisomie 21, 18 oder 13 wünschen. Ein unauffälliger Befund kann Ihr Risiko deutlich senken und vielen Frauen die Angst vor diesen Trisomien nehmen.
Welche Grenzen hat der Test?
Wichtig ist: Der NIPT kann nur das Risiko für bestimmte Chromosomenstörungen einschätzen, er kann keine vollständige Aussage zur Gesundheit Ihres Kindes treffen. Viele Fehlbildungen oder Erkrankungen lassen sich nur im Ultraschall oder gar nicht in der Schwangerschaft erkennen, auch wenn der NIPT unauffällig ist.
Fällt der Test auffällig aus, bedeutet dies nicht automatisch, dass Ihr Kind tatsächlich betroffen ist. In diesem Fall wird Ihnen immer eine weitere Abklärung, zum Beispiel eine Fruchtwasseruntersuchung oder Chorionzottenbiopsie, angeboten, mit der eine gesicherte Diagnose gestellt oder eine Trisomie ausgeschlossen werden kann.
Warum Ultraschall trotzdem unverzichtbar ist
Der Ultraschall bleibt das wichtigste Untersuchungsverfahren in der Schwangerschaft, weil Ihr Baby dabei insgesamt beurteilt wird: Wachstum, Organe, Blutfluss und viele strukturelle Details. Die meisten Auffälligkeiten, die die weitere Schwangerschaft oder den Verlauf der Geburt beeinflussen können, werden nicht durch einen Bluttest, sondern im Ultraschall erkannt.
Für Sie bedeutet das:
- Ein guter Ultraschall gibt Ihnen einen umfassenden Eindruck von der Entwicklung Ihres Kindes.
- Der NIPT kann diesen Eindruck ergänzen, aber nicht ersetzen, insbesondere nicht die sogenannte „Feindiagnostik“ im ersten oder zweiten Trimester.
Was empfiehlt sich aus Patientinnensicht?
Fachgesellschaften empfehlen, NIPT nicht als Routine-Bluttest für alle, sondern als individuell begründetes Angebot zu sehen. Gut ist, wenn Sie vor der Entscheidung in Ruhe mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprechen können, wie hoch Ihr persönliches Risiko eingeschätzt wird und welche Erwartungen Sie an das Testergebnis haben.
Hilfreiche Fragen für Sie können sein:
- Möchte ich überhaupt wissen, ob ein erhöhtes Risiko für Trisomie 21, 18 oder 13 besteht?
- Was würde ein auffälliger Befund für mich und meinen Partner bedeuten – emotional, familiär und praktisch?
- Würde ich im Fall eines auffälligen Ergebnisses eine weitere, invasive Untersuchung in Anspruch nehmen wollen?
Fragen?
Haben Sie Fragen oder möchten Sie einen Termin vereinbaren? Unser Praxisteam hilft Ihnen gerne telefonisch oder per E‑Mail weiter.
Schwangerschaft ist Vorfreude – und manchmal auch Ungewissheit. Wir sorgen dafür, dass Sie sich gut aufgehoben fühlen.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum nicht-invasiven Pränataltest (NIPT)
Was ist der nicht-invasive Pränataltest (NIPT)?
Der nicht-invasive Pränataltest (NIPT) ist ein Bluttest für Schwangere, mit dem das Risiko für bestimmte Chromosomenstörungen beim ungeborenen Kind eingeschätzt werden kann. Dazu zählen insbesondere Trisomie 21 (Down-Syndrom), Trisomie 18 und Trisomie 13. Der Test liefert keine sichere Diagnose, sondern eine statistische Risikoberechnung.
Ab wann kann der NIPT durchgeführt werden?
Der NIPT kann in der Regel ab der 10. Schwangerschaftswoche (10+0 SSW) durchgeführt werden, da ab diesem Zeitpunkt ausreichend kindliche DNA im mütterlichen Blut nachweisbar ist.
Wie funktioniert der NIPT?
Beim NIPT wird zellfreie DNA des Kindes analysiert, die über den Mutterkuchen in den Blutkreislauf der Mutter gelangt. Für die Untersuchung ist lediglich eine Blutentnahme aus der Armvene der Schwangeren erforderlich.
Welche Chromosomenstörungen kann der Test erfassen?
Der NIPT dient vor allem der Risikoeinschätzung für Trisomie 21, 18 und 13. Auffälligkeiten der Geschlechtschromosomen können technisch ebenfalls erkannt werden, werden jedoch gemäß aktueller Empfehlungen nicht routinemäßig untersucht.
Wie zuverlässig ist der NIPT?
Die Erkennungsrate für Trisomie 21 liegt bei etwa 99,7 %, bei gleichzeitig sehr niedriger Falsch-Positiv-Rate. Ein unauffälliges Ergebnis senkt das Risiko deutlich, kann eine Chromosomenstörung jedoch nicht mit absoluter Sicherheit ausschließen.
Bedeutet ein auffälliger Befund eine sichere Diagnose?
Nein. Ein auffälliger NIPT-Befund weist auf ein erhöhtes Risiko hin, stellt jedoch keine endgültige Diagnose dar. Zur sicheren Abklärung sind invasive Untersuchungen wie eine Fruchtwasseruntersuchung oder Chorionzottenbiopsie erforderlich.
Warum ist eine Ultraschalluntersuchung vor dem NIPT wichtig?
Der Ultraschall ist ein unverzichtbarer Bestandteil der pränatalen Diagnostik, da er Wachstum, Organentwicklung und strukturelle Auffälligkeiten des Kindes beurteilt. In unserer Praxis wird der NIPT daher ausschließlich in Kombination mit einer qualifizierten Ultraschalluntersuchung angeboten.
Welche Grenzen hat der NIPT?
Der NIPT erfasst ausschließlich bestimmte Chromosomenstörungen. Viele Fehlbildungen, funktionelle Störungen oder andere Erkrankungen lassen sich nur im Ultraschall oder gar nicht vor der Geburt erkennen – auch bei unauffälligem NIPT-Ergebnis.
Was passiert bei einem auffälligen Testergebnis?
Bei einem auffälligen Befund erfolgt eine ausführliche ärztliche Besprechung der Ergebnisse. Dabei wird gemeinsam erörtert, ob und welche weiterführenden Untersuchungen sinnvoll sind und wie das persönliche Risiko einzuschätzen ist.
Ist der NIPT verpflichtend?
Nein. Die Durchführung des NIPT ist freiwillig. Ob Sie den Test in Anspruch nehmen möchten, hängt von Ihrem individuellen Informationsbedürfnis, Ihrer Lebenssituation und Ihrer persönlichen Haltung zur pränatalen Diagnostik ab.
Werden die Kosten für den NIPT übernommen?
Der NIPT wird bei bestimmten medizinischen Indikationen von den Krankenkassen übernommen. Die Kosten für die Ultraschalluntersuchung werden hingegen von gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht übernommen.
Selbstverständlich informieren wir Sie vorab transparent über mögliche Kosten.
Warum ist eine ärztliche Beratung vor dem NIPT sinnvoll?
Die Entscheidung für oder gegen den NIPT kann emotional anspruchsvoll sein. Eine individuelle ärztliche Beratung hilft dabei, Nutzen, Grenzen und mögliche Konsequenzen des Testergebnisses realistisch einzuschätzen. Eine Terminvereinbarung hierzu ist nur telefonisch möglich.
Sie haben noch Fragen?
Rufen Sie uns an, schreiben Sie uns eine E-Mail oder vereinbaren Sie einen Termin. Wir sind für Sie da und begleiten Sie einfühlsam bei allen Anliegen rund um das Thema nicht-invasiver Pränataltest.
Unsere Ärztinnen für den Bereich nicht-invasiver Pränataltest

Dr. med.
Fani Geka
- Ärztin für Frauenheilkunde
- Pränataldiagnostik DEGUM II

Dr. med.
Kathrin Trautmann
- Ärztin für Frauenheilkunde
- Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin
- Pränataldiagnostik DEGUM II

Dr. med.
Eva K. Töttel
- Ärztin für Frauenheilkunde
- Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin
- Pränataldiagnostik DEGUM II

Dr. med.
Anne Kristina Kämpf
- Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
- Spezielle Geburtshilfe und Pränatalmedizin
- Pränataldiagnostik DEGUM Stufe II
