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Ultraschallbild eines Fötus im Profil, mit Messung der Scheitel-Steiß-Länge

Ersttrimester-Diagnostik

Zwischen der 12. und 13. Schwangerschaftswoche kann eine sogenannte Ersttrimester-Diagnostik durchgeführt werden. Sie umfasst eine hochauflösende Ultraschalluntersuchung, bei der das Kind und seine Entwicklung genau beurteilt werden. Dabei werden unter anderem die kindliche Größe und die Nackentransparenz gemessen.

Aus den Ultraschallbefunden, Laborwerten aus dem mütterlichen Blut (z. B. PAPP‑A, freies ß‑hCG) und dem Alter der Mutter wird eine individuelle Risikoeinschätzung für Chromosomen­veränderungen – insbesondere für das Down-Syndrom (Trisomie 21) – berechnet.

Die Untersuchung liefert keine Diagnose, sondern zeigt Wahrscheinlichkeiten auf. Je nach Ergebnis kann entschieden werden, ob weitere Untersuchungen sinnvoll sind, z. B. eine nicht-invasive Bluttestung (NIPT), eine Chorionzottenbiopsie oder eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese).

Vor einer weiterführenden Diagnostik ist eine ausführliche ärztliche Beratung wichtig. Sie hilft Ihnen, die Befunde zu verstehen und Ihre persönliche Entscheidung im Einklang mit Ihren Bedürfnissen zu treffen.

Die Ersttrimester-Diagnostik (ETD) wird in der Regel zwischen der 12. und 13. Schwangerschaftswoche durchgeführt. Sie dient der Beurteilung der kindlichen Entwicklung und der Einschätzung individueller Risiken für bestimmte genetische Veränderungen.

Diese Methode ist aktuell die zuverlässigste Möglichkeit, das Risiko für häufige Chromosomenstörungen frühzeitig einzuschätzen – mit einer Genauigkeit von etwa 90–95 %.

Risikoeinschätzung für Trisomie 21 (Down-Syndrom)

Das Risiko für ein Kind mit Trisomie 21 steigt mit dem Alter der Mutter. Ab etwa 35 Jahren ist es deutlich höher als in jüngeren Jahren. Häufig wird das Risiko als Verhältnis angegeben, zum Beispiel 1:1.000. Das heißt, von 1.000 Frauen gleichen Alters bekommt statistisch eine ein Kind mit Trisomie 21.

Trisomie 21: Risiko bei Lebendgeburt in Abhängigkeit vom mütterlichen Alter

Das Risiko, ein Kind mit Trisomie 21 (Down-Syndrom) zur Welt zu bringen, steigt mit dem Alter der Mutter an. Maßgeblich ist dabei das Alter der Mutter zum Zeitpunkt der Geburt.

Die folgenden Angaben sind statistische Richtwerte für die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt mit Trisomie 21. Sie beschreiben Durchschnittswerte für größere Gruppen von Schwangeren gleichen Alters und erlauben keine sichere Aussage für die einzelne Schwangerschaft.

Wichtig ist: Eine solche Risikozahl ist keine Diagnose. Ein Wert von 1:360 bedeutet zum Beispiel, dass statistisch bei 360 Frauen gleichen Alters etwa 1 Kind mit Trisomie 21 lebend geboren wird, während 359 Kinder nicht betroffen sind.

Warum sich Risiken je nach Zeitpunkt unterscheiden

Am Anfang der Schwangerschaft ist die Wahrscheinlichkeit einer Chromosomenstörung höher als zum Geburtstermin, weil viele betroffene Schwangerschaften im Verlauf der Schwangerschaft natürlichem Wege enden. Deshalb verändern sich die Risikozahlen für das Down-Syndrom je nach Schwangerschaftswoche deutlich.

Nach den verfügbaren Angaben versterben etwa 30 Prozent der Feten mit Trisomie 21 zwischen der 12. Schwangerschaftswoche und dem Geburtstermin. Deshalb ist das Risiko einer Lebendgeburt niedriger als das Risiko in der 12. Schwangerschaftswoche.

Was Risikozahlen bedeuten

Risikozahlen werden meist als Verhältnis angegeben, zum Beispiel 1:360 oder 1:100. Je kleiner die zweite Zahl ist, desto höher ist das statistische Risiko. Diese Werte helfen bei der Einordnung, ersetzen aber keine individuelle ärztliche Beratung. Für die persönliche Risikobeurteilung können zusätzlich Ultraschallbefunde, Blutwerte und gegebenenfalls weitere Untersuchungen berücksichtigt werden.

Wichtiger Hinweis

Die genannten Werte dienen der allgemeinen medizinischen Information. Sie können je nach Quelle, Berechnungsmodell und Zeitpunkt der Schwangerschaft leicht variieren und ersetzen keine individuelle ärztliche Untersuchung oder genetische Beratung.

Hochauflösende Ultraschalluntersuchung

Im Rahmen der ETD wird das Kind mithilfe modernster hochauflösender Sonografie untersucht. Dabei werden wichtige Entwicklungsparameter wie die Scheitel-Steiß-Länge, die Nackentransparenz (eine Flüssigkeitsansammlung im Nackenbereich) und die Herzaktivität erfasst. Diese Informationen geben Aufschluss über das Wachstum, die Organentwicklung und erste Hinweise auf mögliche Fehlbildungen.

Risikoeinschätzung für Chromosomenstörungen

Die Untersuchung erlaubt eine statistische Risikoabschätzung für bestimmte Chromosomenveränderungen, vor allem das Down-Syndrom (Trisomie 21), aber auch Trisomie 18 und 13.

Neben dem mütterlichen Alter fließen auch Laborwerte aus dem Blut der Mutter (z. B. PAPP‑A und freies ß‑hCG) in die Berechnung ein. Das Ergebnis zeigt, wie wahrscheinlich eine solche Veränderung ist – es ersetzt jedoch keine genetische Diagnose.

Bedeutung des Ergebnisses

Ein erhöhtes Risiko bedeutet nicht, dass eine Fehlverteilung der Chromosomen tatsächlich vorliegt, sondern dass eine weiterführende Diagnostik empfohlen werden kann. Das Ergebnis hilft, eine individuell passende Entscheidung zu treffen, ob und wie genauere Untersuchungen folgen sollen.

Risikoeinschätzung Präeklampsie

Das frühe Präeklampsie-Screening kann zeitgleich mit dem Ersttrimesterscreening erfolgen (SSW 12 bis 13+6).

Die Präeklampsie ist eine Multisystemerkrankung der Schwangerschaft und ist charakterisiert durch einen hohen Blutdruck und eine vermehrte Eiweißausscheidung im Urin nach der 20. SSW. Hierdurch kann es zu einer verminderten Durchblutung der Plazenta und zu Wachstumsstörungen beim ungeborenen Baby kommen. 2% – 8% der Schwangeren sind betroffen. Bestimmte Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung einer Präeklampsie (Übergewicht, Alter über 40 Jahre, Reproduktionsmaßnahmen, Präeklampsie in der eigenen Vorgeschichte oder in der Familie, Diabetes, Nierenerkrankungen und vorbestehender Bluthochdruck). Eine Erstgebärende hat a priori ein mittleres Risiko für eine Präeklampsie.

Dieses Krankheitsbild ist weltweit eine der führenden Ursachen für mütterliche und kindliche Morbidität und Mortalität. Unser Ziel ist die Früherkennung und rechtzeitige Prophylaxe dieser Komplikation.

Was erreichen wir mit dem frühen Präeklampsie-Screening?

Die Erkennungsrate einer frühen Präeklampsie liegt bei 90%. Gemäß der Empfehlung der FMF London nutzen wir alle erforderlichen Marker, um die Erkennungsrate zu optimieren (mütterlicher Blutdruck, Vorgeschichte, Messung von Serummarkern wie PAPP-A und PLGF sowie Doppleruntersuchung der mütterlichen Arterien). 

Die Option einer prophylaktischen Gabe von Aspirin 150 mg (low dose) führt zu einer Reduzierung des Risikos für eine frühe Präeklampsie vor der 32. SSW. Die Erfolgsrate dieser Behandlung wird international mit über 60% angegeben. Voraussetzung ist allerdings, dass Aspirin vor der 15. SSW begonnen wird.

Kann der Behandlungserfolg gemessen werden?

Blutdruckkontrollen bei der Schwangeren sowie Verlaufskontrollen des kindlichen Wachstums und der Durchblutung von Baby und Plazenta zeigen im Verlauf der Schwangerschaft, ob die Behandlung wirksam ist.

Weitere Untersuchungsmöglichkeiten

Bei einem auffälligen Testergebnis oder individuellem Wunsch stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

Alle Verfahren haben unterschiedliche Aussagekraft und Risiken die individuell besprochen werden sollten.

Entscheidungsfindung und Beratung

Das Ergebnis der Ersttrimester-Diagnostik wird in einem ausführlichen Gespräch erklärt. Dabei werden die medizinischen Befunde gemeinsam mit Ihren persönlichen Vorstellungen, Ihrem Informationsbedarf und Ihrer familiären Situation berücksichtigt.

Eine individuelle ärztliche Beratung ist entscheidend, um die für Sie passende Option zu wählen. Sei es die Bestätigung des unauffälligen Befundes oder die Entscheidung für eine weiterführende Untersuchung.

Bevor Sie sich für zusätzliche Untersuchungen entscheiden, sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Wünsche ich solche Informationen vor der Entbindung?
  • Welche Erwartungen habe ich an das Untersuchungsergebnis? Möchte ich nur eine Risikoabschätzung oder eine sichere Diagnose?
  • Kommt ein Eingriff, wie die Chorionzottenbiopsie oder die Fruchtwasseruntersuchung für mich in Frage?
  • Könnte ich das erhöhte Fehlgeburtsrisiko bei einer Nadelpunktion in der Schwangerschaft akzeptieren?
  • Wie würde ich auf ein auffälliges Resultat reagieren? Könnte ich mich schlimmstenfalls zu einem Schwangerschaftsabbruch entschließen?
  • Kann ich mir vorstellen, ein Kind mit einer Behinderung großzuziehen? Welchen Einfluss hätte dies auf unsere Familie?
  • Falls ich mich gegen vorgeburtliche Diagnostik entscheide, werde ich bis zur Entbindung in großer Sorge sein? 

Eine persönliche ärztliche Beratung vor jeder Entscheidung ist sehr empfehlenswert. Sie hilft, offene Fragen zu klären und mögliche Untersuchungswege nach Ihren individuellen Bedürfnissen auszuwählen.

Ärztin zeigt auf das Foto der 3D-Ultraschallaufnahme

Fragen?

Haben Sie Fragen oder möchten Sie einen Termin vereinbaren? Unser Praxisteam hilft Ihnen gerne telefonisch oder per E‑Mail weiter.

Pränatale Diagnostik bedeutet für uns nicht Kontrolle, sondern Begleitung – mit Respekt vor jedem individuellen Weg.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Ersttrimester-Diagnostik (ETD)

Die Ersttrimester-Diagnostik ist eine spezielle pränatale Untersuchung, die zwischen der 12. und 13. Schwangerschaftswoche durchgeführt wird. Sie dient der Beurteilung der kindlichen Entwicklung und der individuellen Risikoeinschätzung für bestimmte Chromosomenveränderungen.

Der optimale Zeitraum liegt zwischen der 12. und 13. Schwangerschaftswoche. In dieser Phase lassen sich wichtige Entwicklungsmerkmale des Kindes besonders zuverlässig beurteilen.

Die Untersuchung kombiniert eine hochauflösende Ultraschalluntersuchung mit Laborwerten aus dem mütterlichen Blut (z. B. PAPP-A und freies ß-hCG). Zusätzlich wird das Alter der Mutter in die Berechnung einbezogen.

Beim Ultraschall werden unter anderem die Scheitel-Steiß-Länge, die Nackentransparenz, die Herzaktivität sowie erste Hinweise auf die Organentwicklung erfasst. Diese Parameter liefern wichtige Informationen über Wachstum und Entwicklung des Kindes.

Die Nackentransparenz ist eine Flüssigkeitsansammlung im Nackenbereich des Kindes. Eine vergrößerte Nackentransparenz kann mit einem erhöhten Risiko für Chromosomenstörungen oder Herzfehler verbunden sein, ist jedoch für sich allein keine Diagnose.

Die Ersttrimester-Diagnostik ermöglicht eine statistische Risikoberechnung für Chromosomenveränderungen, insbesondere Trisomie 21 (Down-Syndrom), sowie Trisomie 18 und Trisomie 13. Zusätzlich wird das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen wie Präeklampsie oder Wachstumsstörung des Kindes berechnet.

Nein, die Untersuchung zeigt Wahrscheinlichkeiten auf, keine Gewissheit. Ein auffälliges Ergebnis bedeutet nicht automatisch, dass eine Chromosomenstörung vorliegt, sondern weist lediglich auf ein erhöhtes Risiko hin. Eine ausführliche ärztliche Beratung ist daher besonders wichtig.

Die Kombination aus Ultraschall und Laborwerten erreicht eine Erkennungsrate von etwa 90–95 % für Trisomie 21. Dennoch bleibt es eine Risikoabschätzung und ersetzt keine genetische Diagnostik.

Bei einem erhöhten Risiko kann gemeinsam entschieden werden, ob weitere Untersuchungen sinnvoll sind. Möglich sind unter anderem eine nicht-invasive pränatale Testung (NIPT) oder invasive Verfahren wie die Chorionzottenbiopsie oder Amniozentese. In der gynäkologischen Praxis in Frankfurt erfolgt hierzu eine ausführliche ärztliche Beratung.

Je nach Situation kommen folgende Verfahren infrage:

  • NIPT: Bluttest ohne Eingriffsrisiko
  • Chorionzottenbiopsie: Gewebeentnahme aus dem Mutterkuchen
  • Amniozentese: Fruchtwasseruntersuchung zur sicheren Chromosomenanalyse
    Alle Methoden unterscheiden sich in Aussagekraft und Risiko und sollten individuell besprochen werden.

Nein, die Untersuchung ist freiwillig. Ob sie durchgeführt wird, hängt von Ihren persönlichen Bedürfnissen, Ihrer Lebenssituation und Ihrem Wunsch nach Information ab. In einem Beratungsgespräch im MVZ am Salzhaus können offene Fragen in Ruhe besprochen werden.

Die Kosten für die Ersttrimester-Diagnostik werden in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Auch bei privaten Versicherungen ist eine Kostenübernahme nicht immer gegeben. Eine vorherige Klärung ist empfehlenswert.

Die Ergebnisse der Ersttrimester-Diagnostik können emotional belastend sein. Eine persönliche ärztliche Beratung – etwa im MVZ am Salzhaus – hilft dabei, Befunde richtig einzuordnen und eine Entscheidung zu treffen, die zu Ihren individuellen Vorstellungen passt.

Die Ultraschalluntersuchung erfolgt über die Bauchdecke oder vaginal, eine volle Harnblase ist nicht erforderlich. Die Blutwerte können bereits ab der 8. Schwangerschaftswoche bestimmt werden, sodass am Untersuchungstag ein vollständiger Befund vorliegt. Ihre Ärztin bzw. Ihr Arzt im MVZ am Salzhaus in Frankfurt informiert Sie im Vorfeld gerne über den genauen Ablauf.

Sie haben noch Fragen?

Rufen Sie uns an, schreiben Sie uns eine E-Mail oder vereinbaren Sie einen Termin. Wir sind für Sie da und begleiten Sie einfühlsam bei allen Anliegen rund um die Ersttrimester-Diagnostik.

Bitte Beachten

Wir haben in der Woche vom 12.10.2026 – 16.10.2026 von 7:30Uhr bis 15:30 Uhr geöffnet.

Ihre Team vom MVZ am Salzhaus